Versalink – Matthew Law im Gespräch

Versalink mit Hauptsitz in Klang nahe Kuala Lumpur ist ein Produzent von Büromöbeln im gehobenen Preissegment. Über Jahre war in dem 1991 gegründeten malaysischen Unternehmen die Serienproduktion das vorherrschende Fertigungsprinzip. Mit dem zunehmenden Bedarf an kundenindividuellen Büroausstattungen hat sich Versalink in den letzten Jahren produktionstechnisch neu aufgestellt. Möglich machen die kundenspezifische Fertigung Systeme von HOMAG. Das Schopflocher Unternehmen sprach dazu mit Mathew Law, CEO von Versalink.

 

Herr Law, wie lässt sich das Produktspektrum von Versalink charakterisieren, und welche Märkte werden mit den Produkten angesprochen?

Matthew Law: Versalink ist ein führender Büromöbelhersteller in Malaysia, der mit seinen Kollektionen die Art und Weise gestaltet, wie Menschen heute arbeiten. Eine enge Verbindung von Mensch und Technik fließt ebenso in die Möbelentwicklung ein wie der direkte Zugang zu Informationen und das Streben nach einer ausgewogenen Work-Life-Balance. Unsere hochwertigen Systemmöbel exportieren wir über ein breites Händlernetzwerk in mehr als 40 Länder. Zugleich ist Versalink als Zulieferer von Rohmöbeln für Produzenten in den USA, Kanada oder Australien tätig.

Auf Basis welcher Produktionsprinzipien wird dieses Portfolio umgesetzt?

Matthew Law: Nach der Gründung von Versalink war die Serienproduktion über Jahre die vorherrschende Fertigungsorganisation. Ab 2014 rückte dann zunehmend die kundenindividuelle Fertigung in den Fokus. Bis heute macht die Massenfertigung einen großen Teil des Produktionsvolumens aus. Darüber hinaus werden vermehrt kundenindividuelle Aufträge umgesetzt, die auch manuelle Arbeit erfordern, vor allem aber weitreichend automatisiert abgearbeitet werden. Realisiert wird dieses Portfolio zum einen mit Maschinen, die für die Serienfertigung optimiert sind. Zum anderen ist eine flexible Fertigungslinie von HOMAG insbesondere für kundenindividuelle Bürolösungen und Schnellaufträge zuständig.

Welche Produktionsumfänge stecken hinter diesen kundenindividuellen und Schnellaufträgen?

Matthew Law: Üblicherweise bewegen sich die Losgrößen in einem Spektrum von 1 bis 50. Anfangs wurden solche Aufträge komplett auf der HOMAG-Linie abgewickelt. In einem zweiten Ausbauschritt wurde die Linie um ein Zwischenlager ergänzt, sodass häufig vorkommende Standardteile hinzukommissioniert werden können.

Was waren die ausschlaggebenden Gründe dafür, die Serienproduktion um die Losgröße-1-Fertigung zu ergänzen?

Matthew Law: In erster Linie natürlich die zunehmende Individualisierung der Produkte und die damit einhergehenden sinkenden Losgrößen. Der Wunsch unserer Kunden nach kurzfristigen Lieferterminen und sich daraus ergebende Schnellaufträge brachten das Konzept der Serienproduktion an seine Grenzen: Immer wieder kam es zu Lieferverzögerungen. Daraus resultierten direkt die Ziele, die bis heute mit der Konzeption der neuen Fertigungslinie verbunden sind. Die Losgröße-1-Fertigung ist für Versalink eine der Herausforderungen, der wir uns konsequent stellen. Damit wollen wir die Wünsche unserer Kunden, die wir aufgrund unserer langjährigen Markterfahrung genau kennen, individuell und schnell erfüllen. Deshalb haben wir unsere Fertigung flexibilisiert.

Nimmt man als erstes die Bearbeitungsmaschinen der Losgröße-1-Fertigung: Wie ist die Produktionslinie aufgestellt?

Matthew Law: Ausschlaggebend für die Umsetzung der Losgröße-1-Fertigung ist, dass wir heute mit einem Flächenlager arbeiten. Immerhin kommen bei unseren Büromöbeln bis zu 30 Dekore zum Einsatz, die hier abgelegt und verwaltet werden. Zugleich erhalten wir vom Lager detaillierte Informationen, welche Materialien vermehrt verarbeitet werden, sodass wir dieses Wissen für die weitere Produktion verwenden können. Auch wurde mit dem Lager die wirtschaftliche Verwertung von Reststücken möglich. Verknüpft ist das Lager mit einer Plattenaufteilsäge, die den Zuschnitt des Rohmaterials übernimmt. Bevor die aufgeteilten Werkstücke bekantet werden, laufen sie in einen Materialpuffer, der die bedarfsgerechte Versorgung der Bekantung gewährleistet. Hier übernehmen zwei Kantenanleimmaschinen mit einer Teilerückführung die komplette Schmalflächenbeschichtung. Danach folgt die CNC-Bearbeitung. Schließlich werden die Komponenten mit einer Kartonschneidemaschine verpackt.

Welche Rolle spielt bei diesem Konzept die Software?

Matthew Law: Zunächst einmal erstellen wir unsere Konstruktionsunterlagen heute nicht mehr manuell, sondern digital. Das hat weitreichende Konsequenzen. Denken Sie an die Übernahme von Konstruktionsdaten für neue Produkte, die zunehmende Automatisierung der Konstruktionsprozesse bis hin zur Qualitätssicherung. Auch in der Arbeitsvorbereitung haben wir auf Softwaretools von HOMAG umgestellt. So setzen verstärkt auf woodCAD/CAM, was uns unter anderem erlaubt, flexibler hinsichtlich der Längen, Breiten und Dicken in Losgröße 1 zu fertigen. Auch das Potenzial des Flächenlagers wäre ohne die dort eingesetzte Software nicht abrufbar. Denkt man schließlich an die Schnittstellen zum ERP- und MES-System wäre die Umstellung auf Losgröße 1 ohne die Softwareanwendungen von HOMAG nicht möglich gewesen.

Produktionskonzepte messen sich heute zunehmend auch an ökologischen Kriterien. Welchen Stellenwert nimmt bei Versalink die Nachhaltigkeit ein?

Matthew Law: Sie ist eine tragende Säule. Wir setzen uns für die verantwortungsvolle Nutzung und den Schutz der Natur ein und sind bestrebt, die Auswirkungen unserer Produktionsprozesse auf die Umwelt zu verringern. So ersetzen wir zum Beispiel als problematisch erkannte Rohstoffe durch umweltfreundliche Alternativen. Regelmäßig verabschieden wir zudem Richtlinien zur internen Einsparung von Strom, Wasser und Papier und geben Mitarbeiterinformationen zum Umweltschutz heraus. Uns ist bewusst, dass wir für eine langfristige nachhaltige Ausrichtung über die allein finanziellen Parameter hinausblicken und ein Gleichgewicht zwischen der Rentabilität und der sozialen Verantwortung des Unternehmens herstellen müssen. Ein hervorragender Partner ist dabei HOMAG.

Herr Law, vielen Dank für das Gespräch.






		

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