Stapellauf

Fitz Interior baut das Innere edler Yachten aus. Die Mitarbeiter des Familienbetriebs beherrschen ihr Handwerk in Vollendung. Und auch für die digitale Zukunft ist das mittelständische Unternehmen gut gerüstet. Die Maschinen der HOMAG Group sind immer mittendrin.

Mertingen, nördlich von Augsburg. Hunderte Kilometer trennen die schwäbische Gemeinde vom Meer. Eine Reise in den Süden nach Venedig oder gen Norden nach Ost­ende dauert Stunden. In den Gedanken von Josef Fitz aber ist das Meer ganz nah. Jeden Tag, er muss nur zur Arbeit gehen. Fitz Interior heißt sein Unternehmen, 1956 als kleine Schreinerei vom Vater gegründet. Heute zählt es zu den ersten Adressen weltweit für den Innenausbau von Yachten. Eine Manufaktur für das Besondere.
Und das kam so: Der Emir von Katar gab 1997 eine Yacht in Auftrag, ein Architekt brachte Fitz ins Spiel, das Unternehmen fertigte einige Teile des Innenraums. Die Arbeit gefiel, weitere Aufträge folgten, für ganze Kabinen, später für den gesamten Innenbereich eines Schiffes. Fitz lernte dazu, sagte nie nein, wuchs. Aus den schwäbischen Schreinern wurden akribische Könner, die eine Vielzahl an Materialien und Gewerken perfekt beherrschen, egal ob edle Hölzer oder Stoffe, getrocknete Bananenblätter als Deckenpaneele, Marmor, Hirschleder für das bordeigene Kino, Möbel, Elektrik, Sanitär bis hin zur Lüftung. Die 50 festen Mitarbeiter und 40 freien Monteure stemmen heute pro Jahr den gesamten Innenausbau von zwei bis maximal drei Luxus-Yachten von 50 bis 115 Meter Länge. Stückpreis eines Schiffes: mindestens 100 Millionen Euro, oft viel mehr. Josef Fitz – freundlicher Blick, fester Händedruck, sportlich-lässige Eleganz – wirkt nicht wie jemand, dem zu Kopf gestiegen ist, dass seine äußerst vermögenden Kunden mit dem Helikopter einfliegen. Wenn der 57-Jährige durch die modernen Produktions- und Montage­hallen führt, erlebt man einen bodenständigen Unternehmer – und leidenschaftlichen Praktiker. „Wir sind ganz nah dran am Produkt, vergeben so gut wie keine Arbeiten an Subunternehmer. Nur so entsteht etwas Herausragendes.“ Beim Lackieren und Spachteln legt er gerne selbst Hand an, neulich überzog er Möbel mit Bronze.

Josef Fitz übernahm die kleine Schreinerei seines Vaters und machte daraus eine der ersten Adressen ­weltweit für den Innenausbau von Yachten.

Der Innenausbau für maximal zwei bis drei Luxus-Yachten von 50 bis 115 Meter Länge entsteht bei Fitz Interior pro Jahr

80 Lkw sind nötig, um das gesamte Material des Innenausbaus einer 75-Meter-Yacht zu transportieren.

Mit Hand und Kopf
Handarbeit ist das A und O von Fitz Interior. Überall in der Halle sieht man Mitarbeiter in orangefarbenen T-Shirts über Arbeitstische gebeugt, die sich zum Beispiel einem feinen Wurzelholzdetail, einer kniffligen kreisrunden Furnierung, Tischeinlagen aus versteinertem Holz (Stückpreis 10.000 Euro) oder der Ziegenleder-Bespannung eines Bett-Oberteils widmen. Unterstützt werden sie von modernster Technik. Fitz setzt konsequent auf die HOMAG Group, egal ob beim Thema CNC, Schleifen, Kantenleimen oder bei der jüngsten Anschaffung, einer Säge-Lager-Kombination. Der Grund klingt einleuchtend: „Unsere Kunden erwarten zu Recht das Beste – deshalb brauchen wir die modernsten Maschinen und den zuverlässigsten Service.“

Das Plattenlager ist der Ausgangspunkt der Fertigung:
Wie von Geisterhand gesteuert, fährt hier ein Greifer unterhalb der Hallendecke umher, senkt sich herab, sucht voll­automatisch die richtige Holzplatte heraus und führt sie der Säge zu. Die zugeschnittenen Teile werden vom Steuerungssystem mit einem Barcode versehen, der alle Daten und Informationen enthält, die für das weitere Bohren, ­Fräsen oder Bearbeiten der Kanten notwendig sind. Das macht die Produktion und die Logistik transparent und ­effizient. „Alle Maschinen werden Stück für Stück und vollkommen miteinander vernetzt“, erklärt Josef Fitz. „Dieses Jahr noch werden wir damit fertig sein. Dann können wir digital verfolgen, wo welches Teil ist.“

 ”Unsere Kunden erwarten zu Recht das Beste –
deshalb brauchen wir die modernsten Maschinen und den zuver­lässigsten Service.”

Wie wichtig dieser Durchblick ist, verdeutlicht eine Zahl: Bei einer 75-Meter-Yacht verteilt sich das Material des Innenausbaus auf 80 Lkw. Nicht nur im Handwerk muss Fitz also Spitzenleistungen bringen, sondern überall: bis alle Teile in der Yacht verbaut sind, jede kostbare Vase und jedes Kaschmirkissen ihren Platz haben. Und nur, wenn das Unternehmen jeden einzelnen Schritt bis dahin beherrscht, ist es erfolgreich.

Die akribischen Könner beherrschen eine Vielzahl an Materialien und Gewerken, egal ob edle Hölzer oder Stoffe, Marmor, Hirschleder, Möbel, Elektrik oder Sanitär bis hin zur Lüftung.

Die Innenausbauten einer Yacht in einem frühen Stadium in der Montagehalle in Mertingen. Sind sie fertig, werden sie abgebaut und an ihre Bestimmungswerft geschickt.

In Zukunft: konsequent digital
Für Josef Fitz ist Digitalisierung kein Schlagwort, sondern Realität und ein Stück Zukunftssicherung. Ein Beispiel: Heute werden noch sämtliche Innenausbauten einer Yacht vollständig in der Montagehalle in Mertingen aufgebaut. Dort begutachtet sie der Eigner, äußert Änderungswünsche. Dann wird alles wieder abgebaut, gegebenenfalls geändert, verpackt und an seine Bestimmungswerft geschickt. Ein gewaltiger Aufwand. „In spätestens zwei Jahren möchte ich nur noch wenige Beispiele real aufbauen und zeigen“, erklärt Josef Fitz, also nicht mehr alle Gästekabinen, sondern nur eine als Referenz. Die Arbeits- und Kostenersparnis für das Unternehmen wäre immens.
Damit das gelingt, muss schon bei der Planung und Kon­struktion konsequent digital gedacht und gearbeitet werden. Alle Daten müssen von Anfang bis zum Ende der Yacht-­Fertigung im IT-System verfügbar, modellierbar und mit der Fertigung gekoppelt sein. „Wir arbeiten an der vollständigen Durchgängigkeit aller Daten, vom Bohrloch bis zu hochkomplexen 3-D-Konstruktionen, von den ersten Entwürfen bis zur finalen Arbeit auf der Baustelle in der Werft“, skizziert Josef Fitz die Stoßrichtung. Auch dabei unterstützen ihn die Maschinen der HOMAG Group wirkungsvoll. „Die ­Datenhaltung und -weitergabe ist gut strukturiert, einheitlich und sicher. Alle Software-Schnittstellen arbeiten reibungslos.“

In die Zukunft blickt der Unternehmer ziemlich optimistisch. 25 neue Mitarbeiter wünscht sich Josef Fitz, „eher gestern als morgen“. Personelle Verstärkung tut not. Kürzlich erst hat er sechs Schreiner-Meister für die Konstruktion und Produktion einstellen können. Aber das ist die Ausnahme. In der Region herrscht nahezu Vollbeschäftigung. Dabei gibt es für Fitz Interior viel zu tun. Die Auftragsbücher sind voll, der Markt boomt und neben Yachten würde sich das Unternehmen künftig gerne verstärkt dem Innenausbau
von Villen und Unternehmenszentralen widmen. Josef Fitz bleibt trotzdem schwäbisch gelassen. „Das wird schon.“

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