Im Portrait: die Lindinger Holztechnik GmbH.

Germering liegt vor den Toren Münchens, die Autobahn ist nur einen Steinwurf entfernt. Ansonsten ist die Gemeinde recht beschaulich. Doch seit 2017 hat die Stadt eine neue Attraktion: eine imposante Holzhalle – direkt am Ortseingang gelegen. In ihr befinden sich eine Schreinerei, ein Start-Up, ein Hightech-Unternehmen, ein international agierender Zulieferer und ein Dienstleistungs-Betrieb. Doch im Handelsregister eingetragen sind an der Augsburger Straße 3 nicht etwa fünf Unternehmen, sondern nur eins: die Lindinger Holztechnik GmbH.
Ludwig Lindinger in seinem Element.

„Langlebigkeit, Maßhaltigkeit, Produktivität, Flexibilität und Belastbarkeit waren die Gründe für die höchste Leistungsklasse. Wenn wir etwas machen, dann gescheit.“

Ludwig Lindinger, Schreinermeister und Inhaber

Vom klassischen Schreiner zum Partner für klassische Schreiner.

Der Betrieb ist seit jeher in Germering zuhause. Begonnen hat alles in der Salzstraße, mitten im Wohngebiet. Doch die Räumlichkeiten dort sind irgendwann zu klein für die Maschinen, die Aufträge und vor allem für die Ziele. Daran kann nicht einmal das Anheben des Dachs etwas ändern. 2016 startet also der Bau der neuen Halle – ein Mammutprojekt, manche im Ort sprechen von einem Himmelfahrtskommando. Zu groß sei die Halle, zu teuer bestimmt auch, manche halten Ludwig Lindinger schlicht für verrückt. Und was soll man sagen: Vielleicht ist Ludwig Lindinger ja ein kleines Stück verrückt, nur eben auf eine ausgesprochen positive Art und Weise. Mit seinem eingeschworenen Team, einer klaren Vision und einer ordentlichen Portion Mut hat er die Lindinger Holztechnik GmbH zu dem gemacht was sie heute ist: eine hochautomatisierte Hightech-Schreinerei, die ihren Partnern höchste Qualität in höchster Geschwindigkeit liefert – und trotzdem bodenständig geblieben ist. Denn egal, ob Lohnfräsen, Serien­produkte ab Stückzahl 1 oder komplexe Objekteinrichtungs-, Möbel-, Messe- oder Ladenbauprojekte – Lindinger unterstützt kleine und große Schreinereien als 100-prozentiger Zulieferer von der CAD-Planung bis zur Korpusfertigung. Dafür braucht es passende Maschinen, Prozesse und Software. Und hier ist Ludwig Lindinger, auch wenn ihm das fast zu kitschig klingt, „nur das Beste gut genug“. Denn wenn andere Schreiner zu ihm kommen, möchten diese erstklassige Ware, die sie bedenkenlos bei ihren Kunden aufbauen können. Der Schreinermeister steht also im Endeffekt für deren guten Namen ein.

Inspiration: LIGNA.
Perfektion: Lindinger.
Um diesem Anspruch gerecht zu werden, setzt Ludwig Lindinger auf HOMAG. Schon in der Salzstraße kommen Maschinen vom Weltmarktführer zum Einsatz. Für die neue Halle beweist der Inhaber dann, laut HOMAG-Süd-Vertriebsleiter Karl-Heinz Brauneisen, wieder einmal seinen Mut – in gleich dreifacher Hinsicht: Mut zur Innovation, zur Automation und zur Leistungsklasse. Denn die Maschinen, die in Germering stehen, sind nicht gerade typisch für einen 15-Mann-und-Frau-Betrieb. Dasselbe gilt für den Automatisierungsgrad. Inspiriert von einem HOMAG-Konzept auf der LIGNA tüftelte Ludwig Lindinger gemeinsam mit den Experten aus Denkendorf ein in dieser Form einzigartiges Konzept aus: Der Kunde ruft an, Programmier-Spezialist und Schreinermeister Florian Seeholzer konstruiert die Aufträge in der Arbeitsvorbereitung und dann geht es schnell. Alle Daten gehen vollautomatisch in die Produktion, am nächsten Tag ist das Werkstück fertig und bereit zur Abholung. Darum gibt es auch kaum Lagerbestände. Die Kunst ist laut Ludwig Lindinger nämlich „eine leere Halle, aber volle Auftragsbücher.“ Dafür braucht es die passende Software. Die ist für den Inhaber „das Benzin für die Maschine.“ Darum kommt neben SchnittProfi(t), woodWOP und woodFlex auch ControllerMES zum Einsatz. Produktionsfortschritt, Auslastung und Maschinenzustände sind also in Echtzeit einsehbar. Doch so reibungslos wie heute lief die Produktion nicht von Beginn an.

Die Gesellen bei der Arbeit.

Azubi Niklas Gulder an der CNC.

„Wir sehen das so: Die Technik, die wir haben, haben die anderen Schreiner mit uns auch. Wir sind die verlängerte Werkbank – unbürokratisch und unkompliziert.“

Ludwig Lindinger, Schreinermeister und Inhaber

2017: Aller Anfang ist schwer.
Eine Anlage in dieser Größenordnung funktioniert am ersten Tag selten perfekt. Dass es aufgrund des einzigartigen Konzepts etwas länger dauert, ist also zu erwarten. Und tatsächlich wird es eine echte Herausforderung für alle Beteiligten. Viele Telefonate und einige durchgearbeitete Wochenenden prägen diese Zeit. „Aber die Mannschaft von Lindinger ist immer drangeblieben.“, weiß Karl-Heinz Brauneisen. Das innovative Projekt liegt auch dem HOMAG-Management am Herzen: darum treffen sich Dr. Markus Vöge, EVP Sales & Marketing HOMAG Group, und Ludwig Lindinger in der neuen Halle. Nach guten Gesprächen verabschiedet man sich zuversichtlich, dass die Anlage reibungslos laufen wird. So kommt es dann auch. Mit Beharrlichkeit und hohem Einsatz wird das Projekt gemeinsam gestemmt. Seit 2018 laufen die Maschinen auf Hochtouren. Doch „eine Maschine ist nur so gut, wie der Mensch, der sie bedient.“, weiß Ludwig Lindinger. Ohne gute Leute bringen die besten Maschinen nichts. Und die hat Ludwig Lindinger um sich. Das weiß er, darauf ist er sichtlich stolz. Viele begleiten ihn schon seit Jahren und leben die familiäre Unternehmenskultur wie der Chef selbst. Den Kanten-Experten muss er quasi zum Urlaub zwingen, der Azubi entsorgt auf dem Weg zur Maschine von sich aus ein paar Späne und in der Mittagspause wird gemeinsam Currywurst gekocht. Viele Kleinigkeiten, die den Betrieb im großen Ganzen ausmachen. An dieser Stelle ist natürlich auch Michaela Scheel zu nennen. Die kaufmännische Leiterin ist nicht nur die gute Seele des Hauses, sondern hat auch noch ein Händchen für die sozialen Medien.

Eine grobe Skizze – mehr braucht es nicht.
Auf Instagram bekommt man zum Beispiel einen guten Eindruck vom Betrieb und seinen Leistungen. Dabei wird eins schnell klar: auch wenn der Maschinenpark Hightech ist, arbeiten hier echte Schreiner, die mit Herzblut beim Holz sind. Feine Küchen aus Altholz, einzigartige Möbelstücke oder komplette Objekteinrichtungen – bei Lindinger bekommen Schreiner Spitzenqualität in schwindelerregender Geschwindigkeit. So kann die Lindinger Holztechnik GmbH vielen Kollegen den Rücken freihalten. Egal, ob sie Ihre Kapazitäten erweitern oder die hocheffiziente Hightech-Produktion nutzen möchten. Beispiel Kante: Neben dem PUR-Verfahren liefert Lindinger mit der laserTec-Kantenbearbeitung hochpräzise Nullfugen, die für eine deutlich homogenere Optik und höhere Beständigkeit sorgt. Und weil Ludwig Lindinger seit über 20 Jahren für CNC brennt, kommt auch dort die modernste Technik zum Einsatz. So verhält es sich mit jedem der vernetzten Arbeitsschritte: Lohnfräsen, CAD-Konstruktion, Zuschnitt, Oberflächenbehandlung. Immer modernste Technologie für seine Partner – bis zum Versand. Doch das Beste für potentielle Partner ist wohl, dass eine grobe Skizze meist reicht. Im gemeinsamen Gespräch und der Konstruktion wird alles Weitere dann auf den Weg gebracht. Wenn wir schon beim Thema auf den Weg bringen sind: gemeinsam mit Karl-Hein Brauneisen plant Ludwig Lindinger bereits die Erweiterung des Maschinenparks um eine automatische Durchlaufbohrmaschine mit angeschlossenem Hochregallager – für noch mehr Effizienz. Stillstand ist für Ludwig Lindinger wohl ein Fremdwort.

Altholzküche von Lindinger Holztechnik GmbH.

LINDINGER HOLZTECHNIK

  • Produkte: Zulieferer für Schreiner, Objekteinrichter, Messeund Ladenbau
  • Ort: Germering, Deutschland
  • Gründung: 2012
  • Mitarbeiter: 15
  • Erste HOMAG: 2006 (alter Betrieb)

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